Abend der Versöhnung

feuerzeugen_net_22Ein wichtiger Teil der Firmvorbereitung ist der “Abend der Versöhnung”. In fast jeder Firmgruppe wird dieser Abend durchgeführt.

Doch worum geht es? Was erwartet mich dort? Und wie kann ich mich vorbereiten?

Jeder “Abend der Versöhnung” ist anders, es gibt aber auch Gemeinsamkeiten. Im Mittelpunkt steht die Vorbereitung auf die Firmung. Dazu gehört, über das eigene Leben nachzudenken. Die “Abende der Versöhnung” sind auch Abende, an denen man ruhig werden und Atmosphäre und Stimmung genießen kann. Wichtig ist, locker zu bleiben und in den Gesprächen einfach zu erzählen, was auf der Seele brennt. Es ist eine Chance, die jeder Firmbewerber freiwillig nutzen kann, wenn er möchte.

 

 

 

Perlen des Glaubens

Hilfreich an dem Abend der Versöhnung können die “Perlen des Glaubens” sein, einige werden an diesen Abenden vorgestellt:

© Nadine Schulte

© Nadine Schulte

Die Perlen des Glaubens sind Gebetsbänder, wie es sie in nahezu allen Religionen gibt. In unserem Kulturkreis ist der katholische Rosenkranz bekannt. Er besteht aus 59 Perlen, anhand derer sich die Gebete aneinander reihen. Im Islam werden mit 33 Perlen die 99 Namen Allahs gepriesen. Die Perlen der buddhistischen Mala sind eine Hilfe bei der Meditation.

Unsere Perlen des Glaubens kommen aus Schweden. Die Idee dazu hatte Martin Lönnebo, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Schweden. 1996 musste er wegen eines Sturms mehrere Tage auf einer kleinen griechischen Insel verbringen. Eigentlich wollte er ein Buch über den christlichen Glauben schreiben, doch als er die griechischen Fischer mit ihren Perlenketten beobachtete, hatte er eine andere Idee:
Er zeichnete einen „Rettungsring“ aus Perlen auf Papier (daher der schwedische Name „Frälsarkransen“) und gab jeder Perle eine besondere Bedeutung. Zurück in Schweden stellte er ein Perlenband her und nahm dieses als Hilfe zum Beten. Darüber kam er mit vielen Menschen ins Gespräch. Immer mehr Menschen in Schweden wollten ein solches Perlenband haben. Kirchengemeinden machten sich mit den Perlen auf einen neuen Weg. Für viele Christinnen und Christen in aller Welt gehören sie heute zum täglichen Leben.

Jede Perle hat eine eigene Bedeutung:

Gottesperle
Es ist die größte Perle. Sie ist golden, ein Schatz. Sie bildet den Anfang und das Ende. Wie Gott es auch in uns tut.

Perle der Stille
Sie lädt ein innezuhalten. Einmal Pause zu machen. Einmal im Alltag Luft zu holen. Einmal still zu werden.

Ich-Perle
Bei der Ich-Perle geht es um die eigene Person: “Ich” sagen zu dürfen. So sein zu dürfen wie ich bin, ohne mich verstellen zu müssen.

Tauf-Perle
In der Taufe sind wir von Gott angenommen, mit ihm verbunden. Gott sagt in der Taufe ja zu uns. Er sagt: Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter.

Wüsten-Perle
Die Wüste ist ein Gebiet der Einöde, der Einsamkeit. In unserem Leben gibt es immer wieder Zeiten, die sogenannte Wüstenzeiten sind: Wo es öde und leer in unserem Leben ist. Aber solche Zeiten lassen uns auch reifen und wachsen.

Perle der Gelassenheit
Unser Alltag ist vom Leisten, Pflichten und anderen Dingen bestimmt. Die Perle der Gelassenheit lädt ein, mal gelassen an Dinge und Situationen heranzugehen. Und vielleicht auch mal etwas zu lassen.

Perlen der Liebe
Zur Liebe gehören immer zwei: ein “Ich” und ein “Du”. Die Liebe wird uns von anderen geschenkt. Und wir schenken die Liebe anderen.

Geheimnisperlen
Jeder Mensch hat Geheimnisse. Da sind zum einen Geheimnisse, die wir in uns tragen, die wir kennen, aber andere nicht wissen sollen. Es gibt Geheimnisse, die uns anvertraut wurden und die wir bewahren. Als drittes gibt es aber auch Geheimnisse, die wir selber nicht kennen oder Dinge, die wir nicht verstehen und die für uns ein Geheimnis sind.

Perle der Nacht
Die Perle der Nacht steht für die Dunkelheit, die Schattenseiten in unserem Leben. Das kann Angst, Verzweiflung oder Sterben und Tod sein.

Perle der Auferstehung
Nach der Perle der Nacht, der Dunkelheit, folgt die Perle der Auferstehung. Ein Sprichwort sagt: Nach jedem Regen folgt wieder Sonnenschein. So ist es auch hier gemeint. Gott lässt uns nie im Dunkel. Nach einer Zeit folgt auch wieder das Licht in unserem Leben.

 

Gespräche und Beichte

Gemeinsam haben alle Abende, dass es Gebet und Zeit für sich gibt, aber auch Gespräche und Austausch. Eine besondere Art von Gespräch ist die Beichte. Alle Firmbewerber sind eingeladen zu beichten – wenn sie möchten. Was Beichte bedeutet wird hier anschaulich erklärt:

 

Vorbereitung

Um dich auf den Abend vorzubereiten, können folgende Fragen hilfreich sein:

© Martha Gahbauer/pfarrbriefservice.de

© Martha Gahbauer/pfarrbriefservice.de

  • Wer bin ich?
  • Wie würde ich mich selbst anderen Menschen beschreiben?
  • Was sind meine Stärken – was kann ich gut?
  • Was mag ich an mir?
  • Was sind meine Schwächen – womit habe ich Mühe?
  • Was mag ich an mir nicht?
  • Bei wem kann ich so sein, wie ich bin?
  • Bei wem muss ich keine Maske auf­setzen?

 

Vielleicht hast du auch ein Thema, welches dich bewegt. Der “Abend der Versöhnung” gibt allen Firmbewerbern die Möglichkeit, diese Themen in einem persönlichen und vertraulichen Gespräch mit einem Seelsorger vor Gott zu bringen.

 

Weitere Fragen

Du hast weitere Fragen zu dem “Abend der Versöhnung”? Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner nach Gemeinden sortiert findest du hier.

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